Townload-TV

Veröffentlicht von soenmeztuerk am

Auf den Spuren der Geschichte im Keller der eigenen Schule. Von hier aus startete das aktuelle Projekt des Townload-TV. Auch Themen wie Demokratieverständnis, Stolpersteine oder Mitbestimmung werden journalistisch aufbereitet: Von jungen Menschen für junge Menschen!

Townload-TV ist entstanden als Teilprojekt von Townload, der offiziellen Jugendinformationswebsite der Stadt Essen für 14–27jährige Essener.
Die Redaktion sitzt im Jugendmedienzentrum Essen. Zum Profil des Jugendmedienzentrums gehören Schülerprojekte und Schülerpraktika, die sowohl medienpädagogisches Wissen als auch inhaltliche Kompetenzen vermitteln sollen. Im Rahmen dieser Praktika sind zahlreiche Filme entstanden, die ein breites Themenspektrum zu einer solidarischen Stadtgesellschaft, Toleranz und Willkommenskultur abdecken. Infos, Meinungen, Diskussionen zu Politik und Gesellschaft – journalistisch aufbereitet: All dies kennzeichnet Townload-TV. Als Beispiel sei hier der Film „Wer war Salomon Rubin?“genannt.

Name des Projekts:
Townload-TV
Kontakt:
Andreas Ruff,
Jugendamt Essen
Joachim Thommes,
Medienzentrum Ruhr e.V.
Frankenstr. 185
45134 Essen
0201-88-51810
andreas.ruff[at]jugendamt.essen.de
Zielgruppen:
Jugendliche und junge Erwachsene 14-27 Jahre

Startseite des Townload-TV mit dem aktuellen Film “Wer war Salomon Rubin?”

Im Rahmen eines mediengestützten zweiwöchigen Workshops des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW und des Medienzentrums Ruhr e.V. recherchierten Schüler*innen der Gymnasien Borbeck und Werden zum jüdischen Schüler Salomon Rubin, der 1935 am Gymnasium Borbeck sein Abitur machte. Im Stil einer Reportage dokumentierte die engagierte Gruppe ihre Workshoparbeit und natürlich ihre Recherchen zu Salomon selbstständig. Mit Kamera, Mikrophon und Laptop fuhren die jungen Reporter*innen ins Essener Haus der Geschichte, wo die Schulakten des Gymnasiums aus dem Jahr 1935 – nahezu komplett (!) – aufbewahrt sind und eingesehen werden konnten. Hier führten sie auch engagierte Interviews mit Expert*innen, entdeckten und inszenierten Fotomaterial, fanden die originalen mündlichen und schriftlichen Abiturprüfungen der Klasse samt Notenspiegel, lasen in Verhaltensbeurteilungen der Klassenlehrer, stöberten in überlieferten Erlassen, Verordnungen und Ankündigungen des Jahres 1935, informierten sich im Dortmunder Schulmuseum über Schule im Nationalsozialismus, inszenierten in einem historischen Klassenraum Salomons Weg zum Abitur und folgten so den Spuren, welche Salomon in Essen hinterlassen hat.

Das Ergebnis ist eine gelungene Reportage mit doku-fiktionalen Anteilen, die in Form eines Kompilationsfilms, also eines aus Archivmaterial zusammen gestellten Films, realisiert wurde.

Lockdown in der Jugendarbeit und in Schule – das betraf dann natürlich auch unser Jugendmedienzentrum, das in erster Linie Workshops und Praktika anbietet. Die Zusammenarbeit mit den Jugendeinrichtungen war ebenfalls unterbrochen, zunächst entstand eine Art Schockstarre. Und es dauerte, bis wir dann die Medien zur Kommunikation einsetzten und für die Jugendlichen ein Padlet mit Anregungen für die Zeit zu Hause erstellten.

Und dann wollten alle streamen. Unsere ganze Livetechnik mit vier Kameras landete in unserem städtischen Veranstaltungshaus „Weststadthalle“, kleinere Einrichtungen machten sich bereit für Übertragungen von Kleinkünstlern und Musikern und wir wurden überall um Unterstützung angefragt. Die Einbindung von Technik entwickelt sich zur Normalität. Auch Elternabende werden über die Landesanstalt für Medien als Webinar angeboten.

Webseite des Projekts: https://www.townload-essen.de/tv/townload-tv/

Text und Bildmaterial: Jugendamt Essen/Jugendmedienzentrum Essen

Kategorien: TdM vor Ort